Reisemedizin und Schutzimpfungen

Die Deutschen sind „Reiseweltmeister“ so wird oft gesagt.

Es ist ja auch toll andere Länder und Sitten kennen zu lernen, deren Geschichte kennen zu lernen und die “fremde”Architektur zu erleben oder aber mal nur die Seele an einem sonnigen Strand baumeln zu lassen und etwas Vitamin D zu tanken, von dem wir ja leider hier bei uns wegen der wenigen Sonnentage nicht ganz so viel abbekommen.

Dann machen wir uns auf nach Mallorca, oder in die Türkei, nach Griechenland, oder wir wollen mal etwas exotisches erleben und fliegen nach Thailand, Vietnam, USA, Südamerika, Neu Guinea oder Australien.

Wir buchen ein Komplett-Paket mit Flug + Hotel, kaufen uns evtl. einen Reiseführer oder planen ganz individuell eine tolle Reise mit diversen Stopps um möglichst viel zu sehen und zu erleben.

Bei einem Strandurlaub kann ja nicht viel passieren, denken wir, aber wir vergessen das Land  drum herum, die unglücklichen Zufälle, die Leichtsinnigkeit anderer Menschen.

Schon Goethe sagte: Unvorbereitetes wegeilen, bringt unglückliche Wiederkehr ! Zitat aus:  Wilhelm Meisters Wanderjahre.  Also haben wir auch wirklich alles geplant? Oder haben wir vielleicht doch etwas vergessen. Die Hauptperson soll ja nicht nur Spaß, Abenteuer, Erholung, Entspannung oder Bildung auf der Reise erleben, sondern auch wohlbehalten wieder zu Hause ankommen und gesund in den Alltag wieder einsteigen. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist  das  die Gesundheit geschützt wird, soweit das geht.

Meine Empfehlung: lassen Sie Ihren Impfausweis rechtzeitig, das heißt mindestens 6 Wochen bis 3 Monate vor Abreise, bei Ihrem Hausarzt checken, oder suchen Sie einen kompetenten Reisemediziner oder eine Tropenambulanz auf, je nachdem wo Sie wohnen und welche Reise Sie planen. Sie können sich dann speziell und individuell für die geplante Reise, das Reiseland, beraten lassen. Der Impfausweis wird auf Lücken gecheckt( Impfungen die Sie eigentlich haben die aber aufgefrischt werden müssen) oder spezielle reisemedizinische Impfempfehlungen werden besprochen. So benötigt man  für viele Länder eine Hepatitis A-Impfung, eine Cholera oder Typhus-Impfung,  eine Tollwut- oder sogar eine Meninigitisprophylaxe(Hirnhautentzündung). Spezielle Impfungen die zum Beispiel Pflichtvoraussetzung vor Einreise in mache Länder sind, wie die Gelbfieberimpfung, können sie nur in speziellen dafür zugelassenen Praxen oder reisemedizinischen/Tropenambulanzen und Gesundheitsämtern  durchführen lassen. Auch das will geplant sein.

Sie meinen, das Sie diese ganzen Impfungen ja schon als Kind hatten und nun nicht mehr brauchen? Viele Krankheiten die in Deutschland fast ausgerottet sind, grassieren in manch anderen Ländern noch, weil dort keine entsprechenden Impfkampagnen stattfinden. So wurde zum Beispiel die Poliomyelitis (Kinderlähmung) durch  Impfkampagnen in Deutschland/Europa in den 1960er Jahren ausgerottet. In vielen asiatischen und afrikanischen Ländern grassiert die „Lähmungserkrankung“ jedoch noch und wird dann durch unzureichend nachgeimpfte Personen wieder in Europa eingeschleppt. Ein simpler Blick rechtzeitig auf den Impfausweis, kann solche „Reisesouveniere“ verhindern.

Sie wollen “nur” in Deutschland verreisen? Denken Sie an die Frühsommermeningoenzephalitis(FSME), durch einen Zeckenbiss übertragen! Auch hier kann man sich rechtzeitig impfen lassen.

Auch ob Sie eine Malariaprophylaxe benötigen und was für andere hygienische Vorsichtsmaßnahmen Sie beachten sollen, wie eine Reiseapotheke gefüllt sein sollte, erfahren Sie bei einer solchen reisemedizinischen Beratung.

Wenn Sie chronische Erkrankungen haben wird eine solche reisemedizinische Beratung insbesondere auch darauf Rücksicht nehmen inwieweit diese Traumreise für Sie in Ihrer speziellen Gesundheitssituation Gefahren birgt und worauf Sie achten müssen. Oft müssen für Dauermedikamente oder Schrittmacher entsprechende Bescheinigungen erstellt werden, damit diese mitgeführt werden können und es mit den Zollbehörden keine Probleme bei der Einfuhr gibt. Sie erfahren auch ob eine effektive Thromboseprophylaxe für sie notwendig ist und wie diese  durchgeführt wird.

Quellenangabe: Handbuch der Impfpraxis, Sieghart Dittmann; Deutsches Grünes Kreuz e.V.