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Ein Virus – Zwei Krankheiten

Der Übeltäter ist das Varizella-Zoster-Virus (im weiteren VZV),welches zur Familie der Herpesviren gehört. Es verursacht die Windpocken und die Gürtelrose.
Gürtelrose ist eine Erkrankung die durch das Virus hervorgerufen wird.
Sie ist gekennzeichnet durch einen streifenförmigen, blasigen Hautausschlag der oft als Komplikation noch mit starken Schmerzen im Haut-Versorgungsgebiet (Dermatom)des betroffenen Nerven(Zosterneuralgie genannt) einhergeht.
Die meisten Menschen stecken sich schon als Kind mit diesem Virus an, der dann die sogenannten Windpocken(Varizellen) auslöst. Einmal infiziert werden wir den Virus nicht mehr los, er schlummert in den sogenannten Ganglien. Später dann, mit fortschreitendem Alter (ab fünfzig aufwärts) durch Ursachen die das Immunsystem schwächeln lassen (Grippe, Stress, Chemotherapie in Folge eines Krebsleidens, Aids, Thymusdegeneration im Alter), erkranken die Menschen dann wieder durch eine sogenannte Reaktivierung des Virus, dieses Mal löst dieser aber dann eben den Herpes Zoster(Gürtelrose) aus, was aber im Vergleich zu der Kinderkrankheit weitaus unangenehmere und schmerzhafte, oftmals bleibende(chronische) Konsequenzen mit sich bringt wie diesen Nervenschmerz..
Jedes Jahr erkranken ca. 300.000 Menschen in Deutschland an einer Herpes Zoster Infektion. Die Durchseuchung in der Bevölkerung liegt bei fast 100% da fast jeder sich im Laufe seines Lebens einmal mit VZV ansteckt( viele machen eine stille Infektion durch, ohne das sie erkranken).
Ab dem fünfundachtzigsten Lebensjahr hat fast jede/r zweite das Risiko zu erkranken.
Der seit 2013 in ganz Deutschland zugelassene Attenuierte Lebendimpfstoff: „Zostavax“ ist hervorragend geeignet gegen diese Infektion und insbesondere dessen Nebenwirkungen vorzubeugen (eine 100% Garantie das man nicht erkrankt gibt es jedoch nicht; aber – selbst wenn man dann Gürtelrose bekommt fällt diese leichter aus und die Langzeitfolgen sind abgeschwächt.

Ergänzend ist nun ein zweiter Impfstoff seit 2018 in Deutschland zugelassen und erhältlich:Der Impfstoff heisst Shingrix und ist ein sogenannter Subunit-Impfstoff. Die Immunreaktion wird in diesem Fall durch ein rekombinantes Oberflächenantigen Antigen des Varizella-Zoster-Virus hervorgerufen, das Glykoprotein E. Zur Verstärkung der Immunantwort ist zudem das Adjuvans AS01B enthalten. Dieses besteht aus Monophosphoryl-lipid A und QS-21 (Quillaja saponaria Molina), einem oberflächenaktiven Stoff aus dem südamerikanischen Seifenrindenbaum, der die CD4 T-Zell- und die humorale Immunantwort auf die Impfung verstärkt.

Der neue Impfstoff Shingrix  kann unabhängig von Zostavax verabreicht werden. Er bewirkt aber auch in Ergänzung, bei mit Zostavax Vorgeimpften, eine bessere Immunität

Ab einem Alter von 50Jahren aufwärts, aber auch insbesondere bei chronisch Kranken und Personen mit viel Stress im Alltag sollte man diese Impfstoffe zur sogenannten Prophylaxe einsetzen. Bisherige Ergebnisse und Nachuntersuchungen der großangelegten „Shingles Prevention Study“, der größten Studie bisher zu diesem Thema zeigen einen über 50% Erfolg zur Krankheitsvermeidung und größer 60% Erfolg bei der Vermeidung der schweren Nebenwirkungen für den Impfstoff Zostavax. Das neue Präparat Shingrix scheint eine noch bessere Immunantwort und auch Langzeitwirkung, zu erreichen, wie erste Studien und Langzeitbeobachtungen ergeben. Das kauft man sich jedoch mit höheren lokalen Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Überwärmung und Schmerzen an der Einstichstelle ein.

Speziell Menschen mit besonderen Risikogruppen sollten sich impfen lassen, hat eine  in England gefertigte Studie gezeigt; dazu gehören solche Patienten mit :Rheumatoider Arthritis, Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, COPD, Asthma, Chronischen Nierenerkrankungen, Depressionen. Das grösste Risiko hiernach hätten Patienten mit Immunschwäche durch Lymphome oder Myelome , Letztere dürften allerdings nicht geimpft werden.
Erstaunlicherweise zeigte sich für Typ2 Diabetiker kein erhöhtes Risiko für Herpes Zoster.
Bisher geht man von einer einmaligen Impfung für Zostavaxaus aus, wobei jedoch die Dauer des Impfschutzes derzeit mit 7Jahren angegeben ist ; Shingrix scheint eine bessere Langzeitwirkung zu haben; hier muß allerdings auch 2 x geimpft werden im Abstand von 2 Monaten.
Wenige Ausnahme-Patienten mit Allergien gegen einen der Inhaltsstoffe oder immunsuppressiven Therapien sollten nicht geimpft werden.
Ob eine der  Impfungen  für Sie in Frage kommt, besprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt. Bezüglich der Kostenübernahme sollten Sie Ihre Krankenkasse befragen.Eine Info darüber welche Kassen derzeit die Kosten übernehmen erhalten Sie hier

Quellenangabe:
Handbuch der Impfpraxis/ Deutsches Grünes Kreuz
http://www.arznei-telegramm.de/html/2009_11/0911096_01.html
http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/zoster-herpes-zoster/aktuelles.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Herpes_Zoster
http://www.bmj.com/content/348/bmj.g2911

http//www.deutsche-apotheker-zeitung.de

Bitte haben Sie Verständnis, das ich für die Informationen aus weiterführenden links keine Garantie übernehmen kann!

 

 

Die Grippe-Saison ist da !

 

Gerade schwappt wieder die Grippewelle über Deutschland und Europa hinweg. Vielleicht hat es sie ja auch schon erwischt.

 

Wer ist der Übeltäter?

Die Influenza oder auch Grippe genannt, ist eine Atemwegsinfektion die oft seuchenartig verlaufen kann. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden nacheinander die Virusstämme Influenza A und B und entdeckt. Der Virusstamm der Influenza A verursacht eher große Epidemien und auch sogenannte Pandemien (Länder- und Kontinent übergreifende Ausbreitung einer Krankheit). Der B-Stamm ist eher für kleinere, lokalisierte Ausbrüche verantwortlich. Berüchtigte Pandemien werden in der Geschichte schon um 1580 beschrieben, wo in Rom allein 9000 Opfer zu beklagen waren. Im 20. Jahrhundert gab es drei wesentliche Pandemien:1918, 1957 und 1968.

Die berüchtigte „Spanische Grippe „ forderte 1918 im Verlauf von nur neun Monaten ca 40 Millionen Opfer weltweit, allein in Deutschland gab es damals 250 000 Tote.

 

Woran erkennt man eine Grippe?

Die Symptome sind: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen und plötzlich einsetzendes hohes Fieber

 

Wie steckt man sich an?

Überträger ist meist der Mensch, jedoch können auch Schweine oder Vögel, Pferde und andere Säugetiere den Virus in sich tragen und weitergeben auch wenn sie selbst noch nicht sichtbar erkrankt sind. Ansteckend ist der Erkrankte von Beginn der sichtbaren Erkrankung noch 3-5 Tage.

Meist wird der Virus durch Tröpfcheninfektion, beim Husten/Nießen, oder aber über Kontakt zu kontaminierten Oberflächen(Handinnenfläche, Türklinke) übertragen.

Ist man einmal erkrankt kann der Arzt über bestimmte Tests bestimmen ob eine „richtige Influenza-Grippe vorliegt. Diese kann man dann symptomatisch mit fiebersenkenden Mitteln, imunstimulisierenden Medikamenten aber insbesondere mit antiviralen Medikamenten wie dem Oseltamivir oder dem Zanamivir behandeln.

Die schwersten Komplikation der Virusgrippe erfolgen durch Überlagerung mit bakteriellen Infekten, insbesondere durch eine die Lungenentzündung.

Nicht zu verwechseln ist die Influenza-Grippe mit einer banalen Erkältung(Grippaler Infekt) wie man sie das ganze Jahr über bekommen kann. Auch hier ist ein Virus im Spiel jedoch sind die Symptome und allgemein die Erkrankung abgeschwächt.

 

Wie kann man sich schützen?

Diese allgemeinen Schutzmaßnamen sollte man beherzigen: Essen Sie viel Obst mit Vitamin C-Gehalt oder nehmen sie Vitamin C Präparate sowie Zink ein. Auch eine gute Abdeckung mit Vitamin D im Organismus, unterstützt das Immunsystem, damit der Körper besser gegen die Viren gewappnet ist.

Waschen Sie sich oft die Hände, insbesondere wenn sie von Draußen kommen. Halten sie Händedesinfektion griffbereit.

Da die Grippe „Saison“ der Winter ist, fangen wir Mitte September/ Anfang Oktober mit den Grippeimpfungen an. Die meisten Menschen ab dem sechsten Lebensmonat können geimpft werden. Alle Menschen ab dem sechzigsten Lebensjahr, Personen die in öffentlichen Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder in Alten- und Pflegeheimen arbeiten, in Schulen oder Universitäten beschäftigt sind, sollten sich impfen lassen. Gefahr birgt die Grippeinfektion insbesondere für chronisch Erkrankte:(Erkrankungen der Atemwege, Leber, Nieren, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Mellitus). Diese Menschen sollten sich unbedingt jährlich rechtzeitig gegen Grippe impfen lassen.

Ihr Hausarzt aber auch viele Fachärzte beraten sie gerne hierzu und führen die Impfungen dann mit dem immer aktuellen tetra oder auch quadrivalenten (d.h. gegen vier Virusstämme wirksamen Impfstoff) durch. Diese schützt sie dann in der aktuellen saison vor der schweren Grippe. Eine banale Erkältung kann man aber trotzdem noch bekommen.

Ein Grippeimpfstoff wird aus inaktivierten Virusteilen hergestellt und kann deshalb nie eine Grippe auslösen. Übliche Nebenwirkungen der Impfung verschwinden schnell wieder. Impfschutz entwickelt sich meist innerhalb von 2-3 Wochen nach der Impfung und hält über mehrere Monate an.

Wissenschaftler identifizieren immer die jeweils aktuell gefährlichsten Grippevirus-Stämme. Dann wird jedes Jahr auf’s Neue von diversen Pharmazeutischen Firmen der entsprechende Grippeimpfstoff hergestellt.